zurück
26.Juli 2004

"Nano-Keilschrift" eröffnet neue Möglichkeiten

Erste Erfolge aus modernem "Nanolab" der TU Graz

Für die Entwicklung moderner Materialien sind neueste mikroskopische Untersuchungsverfahren unverzichtbar. Mit einer im Vorjahr eingerichteten "Nanolab"-Anlage feiern Forscher vom Institut für Elektronenmikroskopie und Feinstrukturforschung (FELMI) der TU Graz jetzt erste Erfolge: Mit einem fokussierten Ionenstrahl schreiben sie Buchstaben in Nanometer-Auflösung in Materialien ein. Diese winzigen Lettern könnten zur Kodierung von Edelsteinen verwendet werden.

"Schreiben im 21. Jahrhundert: Mit einem sieben Nanometer feinen Ionenstrahl "gravieren" Forscher der TU Graz Schriftzeichen in eine Materialoberfläche. "In einem ersten Versuch haben wir eine Fläche von 0,04 Millionstel Quadratmillimeter pro Buchstabe erreicht", berichtet der Leiter des FELMI, Ferdinand Hofer. "Damit könnten wir alle zwei Millionen Bücher der Österreichischen Nationalbibliothek auf eine Fläche von 25 mal 25 Zentimetern schreiben." Die Prognose des Forschers für die "Nano-Keilschrift" ist überaus positiv: "Die beim Experiment erreichte Auflösung können wir in weiteren Versuchen wahrscheinlich noch deutlich reduzieren", zeigt er sich optimistisch. Michael Rogers, der Dissertant, der maßgeblich am erfolgreichen Versuch beteiligt war, wurde Anfang Juli in London bereits für seine Arbeit mit dem "New Scientist Award in Microscience 2004" ausgezeichnet.

Möglich wurden das Schreiben im Nano-Bereich durch eine neue "Nanolab"-Anlage, die das FELMI im Vorjahr mit Mitteln des Rats für Forschung und Technologieentwicklung eingerichtet hat. "Die Anlage besteht aus einem Hochauflösungs-Rasterelektronenmikroskop, das mit einer fokussierten Gallium-Ionenquelle und einem integrierten Mikromanipulator ausgerüstet ist", erklärt Chemiker Hofer. Werkstoffe und Bauelemente können die Wissenschafter hochauflösend abbilden, aber auch deren inneren Aufbau untersuchen und Proben exakt bearbeiten. Weitere Anwendungsfelder des "Nanolabs" sind die Modifizierung von elektronischen Bauteilen und der Aufbau von funktionellen dreidimensionalen Nanostrukturen. Das Labor krönt die Top-Ausstattung des Instituts, an dem auch das leistungsfähigste Elektronenmikroskop Österreichs steht.
 

Rückfragen:

Ao.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Ferdinand Hofer,
Email: ferdinand.hofer@TUGraz.at
Tel.: 0316 873 8820
Mobil: 0664 40 16 225

   zurück
Home TUGraz.at | Impressum |  ©2004 BDR TUGraz.at All rights reserved last Update 18.06.2004