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20. Jänner 2004

Zweifache Sub Auspiciis Promotion an der TU Graz

Eine Sub Auspiciis Promotion würdigt außerordentliche Leistungen eines Studierenden vom Gymnasium bis zur Erlangung des Doktorgrades. An der TU Graz werden heute, 20. Jänner 2004, mit Thomas Pany und Reinhold Kainhofer gleich zwei erfolgreiche Absolventen geehrt.

Laut Erlass des k.k. Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 28. August 1888 war es Studierenden, "welche ihre Gymnasial- und Universitätsstudien durchaus mit vorzüglichem Erfolge zurückgelegt und die strengen Prüfungen zur Erlangung der Doktorwürde durchaus mit Auszeichnung bestanden haben", möglich geworden, sich um die Auszeichnung der Promotion unter den Auspizien des Kaisers zu bewerben. Seit 1952 ist es mit dem Bundesgesetz über die Verleihung des Doktorates unter den Auspizien des Bundespräsidenten auch den Technischen Hochschulen Österreichs erlaubt solche besonderen Promotionen unter dem Ehrenschutz des Staatsoberhauptes durchzuführen. Auch heute noch erhalten die hohe Ehrung nur Absolventen, die Oberstufe und Reifeprüfung mit Auszeichnung und an der Universität jede Prüfung in der geforderten Mindestdauer mit bestmöglichem Prüfungsergebnis sowie Diplom- und Doktoratsstudium ebenso wie Rigorosum und Dissertation mit Auszeichnung abgeschlossen haben und denen zudem "ein auszeichnungswürdiges Verhalten an der Hochschule als auch außerhalb derselben" bescheinigt wird. Der Bundespräsident oder ein Vertreter verleiht an die unter seinen Auspizien promovierten Doktoren einen Ehrenring, dessen Siegelplatte das Bundeswappen sowie die Worte ,,sub auspiciis Praesidentis'' enthält. Die erste Sub Auspiciis-Promotion an der damals noch "Technischen Hochschule Graz" fand im Jahre 1954 statt, der Absolvent hieß Franz Pischinger. Bis heute erlangten 27 Doktoren an der Technischen Universität Graz die Auszeichnung einer "Promotio sub auspiciis Praesidentis rei publicae".


Die Promovenden

Mag.rer.nat. Dr.techn. Thomas Karl Pany


Geboren am 5. Juli 1971 in Graz begann Pany seine Schullaufbahn am Grazer Pestalozzi-Gymnasium und besuchte anschließend die Höhere Technische Lehranstalt für Nachrichtentechnik und Elektronik. Das Studium der Physik an der Karl-Franzens-Universität schloss er 1997 ab. Danach war Pany als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Satellitengeodäsie des Institutes für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig. Parallel dazu arbeitete er seit 1998 am Institut für Theoretische Geodäsie der TU Graz an seiner Dissertation. Ende November 2002 schloss Pany, der 2001 mit dem Fritz-Löschner Preis der Österreichischen Geodätischen Kommission geehrt wurde, sein Doktoratsstudium erfolgreich ab. Seit 2001 ist Pany am Institut für Erdmessung und Navigation der Universität der Bundeswehr in München als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

In seiner Dissertation mit dem Titel "Development and Application of Tropospheric GPS Slant Delay Models based on Numerical Weather Prediction Models and Turbulence Theory" untersuchte Pany die Verzögerung elektromagnetischer Signale durch die Verteilung des Wasserdampfes in der Atmosphäre. Mit dem von Pany entwickelten Modell ist ein GPS-Empfänger in der Lage Informationen über die Wasserdampfverteilung in der Atmosphäre bis zu einem Abstand von 200 Kilometern zu bestimmen. Diese Informationen können die kurzfristige Niederschlagsvorhersage mittels numerischer Wettermodelle deutlich verbessern. Umgekehrt können Modelle der numerischen Wettervorhersage benutzt werden um die Laufzeit-verzögerungen der Signale genauer zu berechnen.


Mag.rer.nat. Dipl.-Ing. Dr.techn. Reinhold Kainhofer
 

Der am 8. Oktober 1977 geborene Reinhold Kainhofer besuchte das Gymnasium Borromäum in Salzburg, wo er 1996 maturierte. Bis 2000 studierte er Technische Mathematik an der TU Graz sowie bis 2003 Theoretische Physik an der Karl-Franzens-Universität - beide Studien schloss er mit Auszeichnung ab. Seit 2000 studiert Kainhofer zudem Rechtswissenschaften, den ersten Studienabschnitt beendete er im März 2003 erfolgreich. Im Mai 2003 absolvierte er das Rigorosum mit Auszeichnung. Im selben Jahr wurde er mit dem Würdigungspreis des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur ausgezeichnet und ist zudem seit September des Vorjahres als Universitätsassistent am Institut für Mathematik C der TU Graz tätig.

Seine Dissertation verfasste Kainhofer zum Thema "Quasi-Monte Carlo Algorithms with Applications in Numerical Analysis and Finance". Im Rahmen der Arbeit befasste sich Kainhofer mit der Entwicklung verschiedener Quasi-Monte Carlo-Verfahren zur numerischen Integration sowie zur Lösung von Differentialgleichungen. Als Beispiel der Anwendung der zahlentheoretischen Simulation auf die Finanzmathematik wählte Kainhofer die Bewertung asiatischer Optionen. Seit den 70er-Jahren ist bekannt, dass das zufällige Verhalten von Aktienkursen sich ähnlich verhält wie die Bewegung eines Teilchens in der Brownschen Wärmebewegung. Diese Analogie zwischen Physik und Ökonomie bildet die Grundlage für die Bewertung von Optionen, also Rechten, zu definierten Zeitpunkten Aktien zu kaufen oder verkaufen zu können.


Bildmaterial auf Anfrage verfügbar
 

Rückfragen:

Mag. Alice Senarclens de Grancy,
Email: alice.grancy@TUGraz.at
Tel.: 0316 873 6006
Mobil: 0664 60 873 6006

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